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Newsletter März 2021

Mitwirkung abgeschlossen
Seit Mitte Januar 2021 hatte die Bevölkerung die Möglichkeit, das Auflageprojekt im Entwurf der «Rheinaufweitung Maienfeld/Bad Ragaz» bei den Standortgemeinden Bad Ragaz, Maienfeld und Landquart oder auf der Homepage www.rheinaufweitung.ch einzusehen und ihre Meinung und Vorschläge zum Projekt abzugeben.

Privatpersonen, Umweltverbände, Werkeigentümer und Interessenvertreter (WWF, Pro Natura, BirdlLife Sarganserland etc.) haben die Mitwirkung zum Projekt Rheinaufweitung Maienfeld / Bad Ragaz von Mitte Januar bis Mitte Februar 2021 genutzt. Dabei stiess das Vorhaben überwiegend auf positive Zustimmung. Es erfolgten ebenfalls Vorschläge und Wünsche zur Verbesserung des Projekts. Genutzt wurden auch die Sprechstunden. Dabei konnte das Projekt im Detail nochmals besprochen und Anliegen entgegen genommen werden.
Themen, welche im Rahmen der Mitwirkung angesprochen wurden, waren beispielsweise die Finanzierung des Projektes, Auswirkung der Aufweitung auf das Grundwasser, die Materialbewirtschaftung des anfallenden Kieses, die Nutzung des künftigen Auengebiets von nationaler Bedeutung, d.h. Besucherlenkung, Betretungsverbot von Naturvorrangflächen sowie die Finanzierung und Zuständigkeit des künftigen Unterhalts. Ebenfalls wurden ökologische Aspekte eingebracht: Pflegeeingriffe, Gewässerraum und Vernetzung mit angrenzenden Amphibiengebieten.

Auf der Webseite www.rheinaufweitung.ch sind unter der Registerkarte Projektdossier die Projektunterlagen (Berichte und Pläne) nach wie vor aufgeschaltet.
Die Stellungnahmen werden im Moment von den zuständigen Fachstellen ausgewertet. Die Öffentlichkeit wird über die Auswertung der Mitwirkung zu gegebener Zeit informiert.
Die Projektleitung dankt allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern für ihre Rückmeldung und Ihr Interesse am Projekt. Grossprojekte wie die Aufweitung können nur unter Einbezug der breiten Bevölkerung realisiert werden.

Newsletter Januar 2021

Mitwirkung läuft
Das Auflageprojekt im Entwurf der Rheinaufweitung Maienfeld / Bad Ragaz liegt vor. Gestützt auf das Raumplanungsgesetz des Kantons St.Gallen und die Raumplanungsverordnung des Kantons Graubünden wird ein Mitwirkungsverfahren der Bevölkerung durchgeführt. Hierbei können sich alle Interessierten beteiligen.

Während der Mitwirkung können der Projektleitung schriftliche Vorschläge (per Brief oder auf elektronischem Weg über www.rheinaufweitung.ch/mitwirkung) eingereicht werden.
Das Mitwirkungsverfahren wird vom 18. Januar bis 19. Februar 2021 durchgeführt. Die entsprechenden Unterlagen können in den Rathäusern Bad Ragaz und Landquart sowie der Stadtverwaltung Maienfeld eingesehen werden.
Auch elektronisch möglich
Das Projektdossier ist auch auf www.rheinaufweitung.ch unter Mitwirkung aufgeschaltet. Eingaben können auch dort gemacht werden. In Maienfeld und Bad Ragaz finden für konkrete Fragen und Anliegen Sprechstunden statt. Diese werden am Donnerstag, 28. Januar 2021 von 08.30 bis 11.30 Uhr in Maienfeld und von 14 bis 17 Uhr in Bad Ragaz durchgeführt. Am Donnerstag, 11. Februar 2021 stehen die Experten von 08.30 bis 11.30 Uhr in Bad Ragaz und von 14 bis 17 Uhr in Maienfeld zur Verfügung. Änderungen aufgrund der Corona-Situation vorbehalten.

Um die Sicherheit der Bevölkerung und einen geordneten Ablauf der Sprechstunden aufgrund der Corona-Pandemie gewährleisten zu können, ist eine telefonische Terminreservation erforderlich:

  • Gemeinde Bad Ragaz: Tel. 081 303 49 50
  • Stadt Maienfeld: Tel. 081 300 45 50

Die Projektleitung ist gespannt auf die Rückmeldungen aus der Bevölkerung.

Newsletter Dezember 2020

Auflageprojekt im Entwurf liegt vor
Ein weiterer Meilenstein der Rheinaufweitung Maienfeld / Bad Ragaz ist gesetzt. Das Auflageprojekt im Entwurf liegt vor. Begonnen wurde mit den Planungsarbeiten im Mai 2018. Die Bevölkerung in Bad Ragaz wurde im November 2017, in Maienfeld im Juni 2018 über das Vorhaben informiert. Das vorliegende Projekt bildet die Grundlage für das künftige Bewilligungsverfahren, den Subventionsentscheid, den Bauentscheid und die spätere Bauausschreibung. Im Auflageprojekt enthalten sind der Technische Bericht, Pläne, Hauptuntersuchungen etc.
Elemente des Projektes sind beispielsweise die Dämme, die Ufersicherung, die Bauausführung, Materialbewirtschaftung.
Die Vorprüfung bei den Behörden (Kantone und Gemeinden läuft. Auch die Bevölkerung ist eingeladen sich im Rahmen einer Mitwirkung einzubringen. Vom 18. Januar bis 19. Februar 2021 wird ein Mitwirkungsverfahren durchgeführt. Die entsprechenden Unterlagen können in der Stadtverwaltung von Maienfeld und den Rathäusern in Bad Ragaz und Landquart eingesehen werden. Verbesserungsvorschläge, Ideen und Meinungen können der Projektleitung schriftlich eingereicht werden.
Weitere Meilensteine
Im Sommer 2021 soll das Auflageprojekt im Entwurf aufgrund der Rückmeldungen aus der Mitwirkung überarbeitet werden. Die Vernehmlassung ist für Herbst/Winter 2021/22 vorgesehen. Die Genehmigung von Projekt und Krediten in den entsprechenden Gremien (Unterschiede in den Kantonen St.Gallen und Graubünden) wird nach aktueller Planung in den Jahren 2022/23 stattfinden. Bei optimalem Verlauf kann die Ausschreibung der Bauarbeiten 2024 erfolgen. Baubeginn einer der grössten Aufweitungen in der Schweiz wäre dann im Jahr 2025.

Newsletter Oktober 2020

Entwicklungskonzept Alpenrhein
Jahrhunderte lang kämpften die Bewohnerinnen und Bewohner der Dörfer am Rhein um ihre Existenz gegen den Fluss. Sicherheitsinteressen standen im Vordergrund. Alle Massnahmen hatten zum Ziel, die Hochwasser sicher abzuleiten. Der Hochwasserschutz ermöglichte die Entwicklung des Rheintals. Damit nahm der Bedarf für die Nutzung und Ressourcen des Alpenrheins zur Erzeugung von Baustoffen durch Kiesentnahmen, von elektrischer Energie aus Wasserkraft oder von Trinkwasser aus dem Grundwasser zu. Die Auswirkung auf die Ökologie und die Umgebung wurden erst nach langen Zeiträumen ersichtlich.
Der Alpenhein kann räumlich nicht isoliert betrachtet werden. Die Kantone Graubünden und St.Gallen sowie das Fürstentum Liechtenstein und das Land Vorarlberg haben sich zusammen mit den beiden Bünden Österreich und der Schweiz sowie der Internationalen Rheinregulierung in den 1990er Jahre dazu entschlossen, gemeinsam ein Entwicklungskonzept für den Alpenrhein von Reichenau bis zum Bodensee zu erarbeiten. Das Entwicklungskonzept Alpenrhein (EKA) wurde in der Folge durch die Internationalen Regierungskommission Alpenrhein (IRKA) von 1995 bis 2005 erarbeitet. 2005 konnte das EKA verabschiedet und unterzeichnet werden. Es zeigt mögliche Entwicklungsschwerpunkte für den Rhein – in Abstimmung der verschiedenen Interessen:

– Sicherheit von Mensch, Tier und Gütern vor Hochwasserereignissen.

– Das Ökosystem Alpenrhein mit Zuflüssen und Kanälen soll verbessert werden.

– Das Grundwasser soll geschützt und nachhaltig nutzbar bleiben.

– Die Wasserkraft soll nachhaltig genutzt werden.

– Die vorhandenen Energiepotenziale sind für künftigen Generationen zu erhalten.

Das EKA erstreckt sich von Reichenau (Rhein –km 0: Zusammenfluss Hinter-und Vorderrhein) bis zum Bodensee (Rhein-km 94).

Das EKA ist ein Meilenstein, liegt doch erstmals in der Geschichte dieses Flusses ein umfassendes länderübergreifendes Gesamtkonzept vor.
Ziel ist eine nachhaltige Entwicklung des mit dem Talraum verbundenen Lebens -und Wirtschaftraumes sowie des Gewässers selbst und der notwendige Schutz vor Hochwasserereignissen und Naturgefahren. Durch eine entsprechend abgestimmte Raumentwicklung soll die mögliche Schadenshöhe bei Extremereignissen minimiert werden.
Die Umsetzung des EKA ist eine Aufgabe für Generationen. Die Umsetzung der Massnahme wird lange dauern und viele Ressourcen beanspruchen. Gleichzeitig wird sie aber auch die Attraktivität des Alpenrheintales als Lebens- und Wirtschaftsraum im Gleichklang zwischen Ökonomie und Ökologie weiter erhöhen.
Die Rheinaufweitung Maienfeld / Bad Ragaz ist eine Massnahme aus dem EKA. Ebenfalls ist das Ausbauprojekt der Internationalen Rheinregulierung, Rhesi (auf dem Rheinabschnitt Rüthi bis zum Bodensee) eine Massnahme aus dem EKA.

(Grafik aus dem Entwicklungskonzept
Alpenrhein – Kurzbericht 2005)

Entwicklungskonzept Projektperimeter

Flusstrecke                           Rhein von den Zusammenflüssen von Vorder- und Hinterrhein bis zu Mündung in den Bodensee

Länge                                    90 km
Alter                                       ca. 4000 Jahre
Grösste Breite                      250m (Mastrilser Rheinauen)
Einzugsgebiet                       6’119 km2 (Mündung in den Bodensee)
Wichtigste Zuflüsse            Vorderrhein, Hinterrhein, Plessur, Landquart, Tamina, Ill
Jahresabflussmenge         rund 7.6 Mrd. m3

Der Kurzbericht zum EKA kann bezogen werden unter:
www.alpenrhein.net

Newsletter August/September 2020

Uferschutz am Rhein
Die letzten beiden grösseren Hochwasser am Rhein vom Juni 2016 und Juni 2019 zeigten, dass der Uferschutz in Maienfeld und Bad Ragaz aufgrund der angreifenden dynamischen Kräfte abrutschte. Nach dem Hochwasser von 2016 musste auf Seite Bad Ragaz der Uferschutz mittels mehrerer Tonnen Wasserbausteinen instand gestellt werden, um ein weiteres Abrutschen des Uferschutzes zu verhindern und den Damm zu sichern. Ein Ziel der Rheinaufweitung Maienfeld / Bad Ragaz ist es, den Uferschutz und damit den Hochwasserschutz zu verbessern. Mit der Stabilisierung und Anhebung der Rheinsohle kann auch der Uferschutz ertüchtigt und robust gebaut werden. Um dies zu erreichen, kann ein Grossteil der vorhandenen Wasserbausteine dazu wieder verwendet werden. In einer Aufweitung ist im Gegensatz zu einem kanalisierten Gerinne lokal mit erhöhten Strömungsgeschwindigkeiten, Turbulenzen und Sekundärströmungen zu rechnen. Dies führt stellenweise zu grösseren, räumlich begrenzten Uferangriffen (sogenannte Kolke). Diesem Umstand wird bei den Planungen und dem künftigen Bau des Uferschutzes Rehnung getragen.
Neben dem Hochwasserschutz sind die Stabilisierung der Rheinsohle und damit die Stabilisierung des Grundwasserspiegels, die Wiederherstellung der natürlichen Funktion und Dynamik des Flusses, eine natürliche Auenlandschaft sowie die Aufwertung des Naherholungsgebiets für die Region und damit auch die Erlebbarkeit des Rheins für die Bevölkerung die Hauptziele der Rheinaufweitung Maienfeld / Bad Ragaz.

Newsletter Juli 2020

Grundwassermonitoring
Die geplante Rheinverbreiterung führt lokal zu einer Veränderung des Grundwasserspiegels. Veränderungen können mittels Grundwassermodell der IRKA (Internationale Regierungskommission Alpenrhein), welches für den gesamten Alpenrhein entwickelt wurde, aufgezeigt werden.
Das Grundwassermodell stützt sich auf langfristige gemessene Werte vor Ort ab.
Das Grundwassermonitoring (Langandauernde Überwachung der Grundwasserstände vor Ort) spielt dabei eine sehr wichtige Rolle. Je mehr Grundwasser-Messstationen zur Verfügung stehen und je länger die Messdatenreihen sind, desto besser ist die Datenqualität des Modells.
Im Zusammenhang mit den hydrogeologischen Untersuchungen für das Grundwasserschutzareal Neugüeter, Bad Ragaz wurden bereits im Jahr 2012 erste Messsonden zur Überwachung des Grundwasserstandes auf Seite Kanton St.Gallen eingesetzt. Diese Sonden werden nun für das Grundwassermonitoring verwendet.
Auf der Seite des Kantons Graubünden (Industriegebiet Maienfeld), wo bereits heute kritische Flurabstände (< 3 Meter, bei hohem Grundwasserstand) zu erwarten sind, wurde das Grundwassermonitoring im Frühling 2020 erweitert. Zwischenzeitlich liegen die ersten Messresultate vor.
Das Grundwassermonitoring umfasst:

  • 7 Messstationen auf Seite Kanton St. Gallen
  • 10 Messstationen auf Seite Kanton Graubünden

Total: 17 Messstationen (davon 3 Messstationen neu im Siedlungsgebiet Maienfeld): Stand Juli 2020
Zusätzlich wird der Rheinpegel beim Rhein-km 27.8 (Brücke Maienfeld/Bad Ragaz) sowie beim Rhein-km 25.5 überwacht.
Die Pegeldaten (Seite Kanton St. Gallen) können unter der Seite: www.hydrodaten.sg.ch abgerufen werden.
Weitere Informationen folgen zu einem späteren Zeitpunkt.

Bild:
Kantonale Messstation Bad Ragaz 3651

Newsletter Juni 2020

Flussuferläufer-Paar brütet bei Bad Ragaz
Der Rhein bietet für zahlreiche Tiere und Pflanzen Lebensraum. Vom Flussuferläufer, einer der meistgefährdeten Vogelarten der Schweiz, gibt es nach Angaben der Vogelwarte Sempach in der ganzen Schweiz keine 100 Brutpaare mehr. Die Vogelart ist aufgrund von Lebensraumzerstörungen stark gefährdet. Im Kanton St. Gallen brütet die Art nur noch an wenigen Orten, sehr unregelmässig auf ein paar Kiesbänken am Alpenrhein zwischen Sargans und Bad Ragaz. Zu finden ist der Flussuferläufer weiter noch im bündnerischen Abschnitt des Alpenrheins, wo dieser noch weitgehend unverbaut ist.
Schon seit mehreren Jahren untersuchen Fachleute das Vorkommen der Flussuferläufer auf den Kiesbänken des Alpenrheins. Nun wurde bei den Aufnahmem für die Rheinaufweitung Maienfeld-Bad Ragaz festgestellt, dass sich ein Brutpaar der stark gefährdeten Vogelart auf einer Kiesbank niedergelassen hat.
Finden kann man sie einzig, wenn sie sich bewegen. Wegen der Tarnung könnte man meinen, dass sich ein Stein fortbewegt. Auch das Gelege, mit sich von der Umgebung kaum unterscheidenden vier Eiern, ist auf den Kiesbänken praktisch unsichtbar. Dadurch besteht die Gefahr, dass ohne böse Absicht ein solches Gelege zerstört wird, wenn Menschen auf einer Kiesbank herumlaufen. Die Flussuferläufer reagieren sehr empfindlich auf Störungen. Die brütenden Altvögel können aufgescheucht werden, wodurch die ungeschützte Brut Schaden nehmen bzw. zerstört werden kann.
Um die aktuell mögliche Brut des Flussuferläuferpaares bei Bad Ragaz nachhaltig zu schützen, wurden die Zugänge zur betroffenen Kiesbank provisorisch gesperrt und mit Hinweistafeln ausgestattet. Der Ornithologische Verein Bad Ragaz und Bird Life Sarganserland bitten alle Bevölkerungsgruppen, während der Brutzeit (bis Ende Juli) auf die spezielle Situation im Sinne des Naturschutzes Rücksicht zu nehmen und mit dem Nichtbetreten der Kiesbank sowie dem Hund-an-die-Leine-nehmen viel zur Erhaltung des Flussuferläufers beizutragen.
Weitere Informationen finden Sie unter IRKA-Homepage:

https://issuu.com/alpenrhein/docs/zukunft_alpenrhein_juni20_v12_low

Foto: Christoph Meier, Malans
 


Newsletter Mai 2020

Rheinaufweitung – Ausarbeitung des Auflageprojekts
Im Moment wird beim Projekt Rheinaufweitung Maienfeld / Bad Ragaz das Auflageprojekt ausgearbeitet. Eine Informationsveranstaltung dazu musste wegen des Coronavirus verschoben werden. Die Projektleitung hatte zur Information der Bevölkerung am 2. Mai einen Anlass im Sarelliwald geplant. Bei einem Rundgang war vorgesehen, dass Fachleute an vier Posten die verschiedenen Themen der Rheinaufweitung vorgestellt hätten. Der Anlass soll nun voraussichtlich im Herbst 2020 stattfinden.
Informationen über die Rheinaufweitung Maienfeld / Bad Ragaz gibt es zu jeder Zeit im Internet. Interessierte können sich dort über die Projektziele, die Rheingeschichte, den Zeitplan oder die Projektorganisation informieren. Ein Übersichtsplan gibt Auskunft über die möglichen Ausmasse der Rheinaufweitung Maienfeld / Bad Ragaz. Unter FAQ werden häufig gestellte Fragen beantwortet.
Erreichbar ist die Webseite unter: www.rheinaufweitung.ch.