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FRAGE ZUM PROJEKT

Wie hoch sind die Kosten?
Die Projektkosten belaufen sich gemäss Stand Auflageprojekt im Entwurf auf rund 73 Mio. Franken.

Wer ist für das Projekt zuständig?
Im Kanton Graubünden liegt die Zuständigkeit bei Wasserbauprojekten am Rhein bei der jeweiligen Standortgemeinde. Sie ist auch für den Unterhalt, die Pflege und Instandhaltung am Rhein verantwortlich. Im Fall der Aufweitung liegt die Zuständigkeit bei der Stadt Maienfeld und der Gemeinde Landquart. Die Kosten der laufenden Planungen an der Rheinaufweitung für den Teil GR werden durch den Kanton GR getragen.
Im Kanton St.Gallen ist der Rhein gemäss Wasserbaugesetz ein Kantonsgewässer. Die Zuständigkeit liegt demzufolge beim Kanton St.Gallen. Für den Unterhalt, die Pflege und Instandhaltung des Rheins kümmert sich das Rheinunternehmen.
Das Bundesamt für Umwelt (BAFU) hat die Oberaufsicht an Oberflächengewässern in der Schweiz. Projekte wie die Aufweitung sind daher zu einem frühen Zeitpunkt mit dem BAFU zu besprechen.

Wichtig bei einem so grossen Projekt ist der enge Einbezug der Gemeinden Maienfeld, Landquart und Bad Ragaz. Im Zuge der Projektierung werden die Ideen der beiden Gemeinden in das Projekt einfliessen.

 Wer finanziert schlussendlich die Rheinaufweitung?
Die Finanzierung des Projekts ist noch nicht endgültig festgelegt. Nach derzeitigem Stand wird das Bundesamt für Umwelt (BAFU) einen Grossteil der Kosten übernehmen. Eine Kostenbeteiligung von 70% wurde seitens BAFU auf Stufe Vorprojekt in Aussicht gestellt. Die restlichen 30% werden anteilsmässig aufgeteilt:

  • Kanton Graubünden: Vor der öffentlichen Planauflage muss die Finanzierung der Kosten zwischen dem Kanton Graubünden und der Stadt Maienfeld geklärt werden.
  • Kanton St. Gallen: Der Kanton St.Gallen kann die gesamten Kosten für das Aufweitungsprojekt übernehmen.

 Was sind die grundsätzlichen Ziele der Aufweitung?

  • Stabilisierung Rheinsohle und Grundwasserspiegel
  • Aufwertung nationales Auengebiet Sarelli
  • Hochwasserschutz sicherstellen
  • Attraktiver Ort für Freizeit und Erholung
  • Lebensraum für Tiere und Pflanzen

Ist das Projekt ökologisch sinnvoll?
Aus ökologischer Sicht ist eine Aufweitung am Alpenrhein im Bereich Maienfeld / Bad Ragaz sehr erwünscht, insbesondere für die Gewässerökologie. Des Weiteren ist es das Ziel des Projektes, dass sich wieder ein vom Rhein beeinflusster dynamischer Auenwald bildet und eine Vernetzung zur Mastrilser–Rheinau (oberhalb der Tardisbrücke) hergestellt werden kann.

Im Rahmen der geplanten Revitalisierung wird eine vom Fluss entkoppelte Hartholzaue durch einen dynamischen Gewässerlebensraum ersetzt. Beide Lebensräume sind aus ökologischer Sicht wertvoll. Allerdings handelt es sich um Lebensraumtypen, die sich in ihrer Artenzusammensetzung nur in einer kleinen Teilmenge überschneiden, z.B. im Bereich der Dämme.

Wo genau soll die Aufweitung erfolgen?
Es ist vorgesehen den Rhein in den Gemeinden Maienfeld und Bad Ragaz unterhalb der Tardisbrücke auf einer Länge von drei Kilometern wechselseitig aufzuweiten.

Wie werden die Dämme aussehen?
Die neuen, zurückversetzten Dämme werden künftig flacher ausgebildet. Es soll keine durchgehende Bestockung auf der luftseitigen Dammböschung zugelassen werden. Dafür wird eine ökologisch hochwertige Magerwiese geschaffen.

Was passiert mit dem Kies und Sand?
Die geplante Flussaufweitung führt zu einem grossen Überschuss von Kies und Sand (Abtrag heutiges Gelände). Dieser Materialüberschuss hat Auswirkungen auf die regionale Kies- und Betonindustrie. Im weiteren Verlauf der Projektierung werden mehrere Optionen genauer abgeklärt wie mit dem Materialüberschuss umzugehen ist.

Welche Auswirkungen sind auf das Grundwasser zu erwarten?
Durch die Realisierung der geplanten Aufweitung kann das langfristig beobachtete Absinken des Grundwasserspiegels im Projektgebiet aufgehalten werden. Vor allem in der landwirtschaftlich genutzten Talebene, auf Höhe der geplanten Aufweitung, ist ein Grundwasseranstieg zu erwarten. Wird bei der Realisierung eine geeignete Etappierung umgesetzt, sind kritische Grundwasserverhältnisse als Folge der Aufweitung nicht zu erwarten.

Mittels eines dreidimensionalen numerischen Grundwassermodells (Simulationen im Computer) werden die Auswirkungen der flussbaulichen Massnahmen auf den Grundwasserspiegel berechnet. Seit 2014 wird das Grundwasser umfassend und grossräumig beobachtet und registriert. Die Messergebnisse ermöglichen das Grundwassermodell zu verbessern und somit bessere Prognosen über die Entwicklung des Grundwassers zu machen.

Kann man nicht einfach die bestehenden Dämme verstärken und auf Aufweitungen verzichten?

Ziel der flussbaulichen Massnahme ist es, die Rheinsohle zu stabilisieren und damit auch den Grundwasserspiegel. Verstärkt man ausschliesslich die bestehenden Hochwasserdämme so wird sich die Sohle des Rhein weiter eintiefen. Die Hochwasserdämme müssen gegen die weiteren Ufererosionen gesichert werden. Die Kosten für die Sicherung des Hochwuhres sind dabei sehr gross. Mittels neuzeitlicher Flussbaumassnahmen, z.B. die Rheinaufweitung, kann die Sohle wieder angehoben werden und die Dammstabilität kann dadurch verbessert werden.

Zudem bieten Aufweitungen einen grösseren Flusssohlen-Speicher, d.h. das Geschiebe verteilt sich in Aufweitungen besser und der Wasserspiegel steigt bei Hochwasser weniger hoch an, trotz erhöhter Sohlenlage in der Aufweitung. Dadurch wird der Fluss robuster und reagiert gutmütiger als ein hart verbautes Gewässer. Die tieferen Wasserspiegel wirken sich günstig auf die Dammstabilität aus. Deshalb bieten Aufweitungen zusammen mit neuen Dämmen eine wesentlich bessere Sicherheit, als wir sie heute haben.

Können sich die Behörden von Maienfeld und Bad Ragaz einbringen?
Der Stadtrat von Maienfeld und der Gemeinderat von Bad Ragaz werden seit Beginn laufend in die Projektarbeit partnerschaftlich miteinbezogen. Die Behörden können dadurch die Interessen der Bürgerschaft stets wahrnehmen. Vertreter von Maienfeld und Bad Ragaz sind in verschiedenen Projektgruppen aktiv eingebunden und können so weiterhin im partizipativen Prozess ihre Anliegen einbringen. Der Stadtpräsident Maienfeld und der Gemeindepräsident von Bad Ragaz sind zudem Mitglieder im Lenkungsausschuss des Projektes.

Ist auch die Gemeinde Landquart involviert?
Im Laufe des Projekts wurde die Gemeinde Landquart in das Projekt integriert. Der Gemeinderat wurde durch die Projektleitung über den aktuellen Stand informiert.

Wäre es nicht besser die Rheinsohle durch Schwellen zu stabilisieren? (effizienter und kostengünstiger) Was spricht dagegen?
Damit die Rheinsohle im Abschnitt der geplanten Aufweitung Maienfeld / Bad Ragaz stabilisiert werden kann, müssten mehrere Blockrampen (Schwellen) gebaut werden. Die Blockrampen sind fischgängig auszugestalten. Es kämen deshalb bei einem Neubau nur aufgelöste Blockrampen in Frage. Dazu wären umfangreiche hydraulische Modellversuche notwendig, um zu prüfen, ob dieser Verbauungstyp überhaupt möglich ist. Es gibt dazu wenige Erfahrungen für einen Fluss mit Dimensionen wie beim Alpenrhein. Es ist also fraglich, ob aufgelöste, unstrukturierte Blockrampen am Alpenrhein realisierbar sind. Zudem sind sie sehr kostenintensiv.

Die Blockrampen sind möglicherweise kostengünstiger bei der Erstellung, jedoch sind die künftigen Unterhalts- und Instandstellungskosten nicht zu unterschätzen. Das zeigen die Erfahrungen mit der Ellhornschwelle (erstellt 1972, saniert: 1975/76, 1987, 2002, 2017). Die letzte Sanierung der Ellhornschwelle im Jahr 2017 kostete über 1.0 Mio Franken.